Eine kleine Geschichte vom Zaubergarten & Omas Harmoniekräutern

Was es im niederösterreichischen Waldviertel so alles zu erkunden gibt – gleich beim wunderbaren Schremser Hochmoor ums Eck findet man zum Beispiel die Kräuterfelder der Familie Zach…

Ein kurzes Vorwort: Wie bereits erwähnt, ruinierten drei Monate voll schwerer Medikamente meinen Geschmackssinn -> von Oktober bis April schmeckte fast nichts so, wie es sollte. Seit April regenerieren sich die Geschmacksnerven wieder, was bedeutet, dass die Wahrnehmung der feinen Unterschiede z.B. zweier Senchas zwar noch zuviel verlangt wäre, aber Kräutertees gehen schon wieder richtig gut … mein Glück, dass im Waldviertel Kräuter & keine Grüntees angebaut werden!

Dieses Mal war ich zu Besuch bei der GEA Akademie in Schrems & hatte davor ein wenig Zeit, um die Umgebung kennenzulernen. Dazu gehörte auch ein Abstecher beim Kräuterhof Zach – ein Familienbetrieb, wie er im Buche steht. Entdeckt habe ich ihn bei den “What to do in Schrems?”-Tipps. Das erste Mal probieren konnte ich Omas Harmoniekräuter beim Frühstück im GEA-Hotel. Ganz klar, dass ich daraufhin beim Kräuterhof vorbeischauen muss!

Die Mitarbeiterin Paula, die bei meiner Ankunft gerade emsig Tees verpackt, ist so nett und fragt für mich nach, ob ich den Hof sehen dürfte, und ja, ich habe Glück! Herr Zach nimmt sich die Zeit, mich und zwei weitere Gäste herumzuführen.
Wir erfahren, dass der Betrieb seit den 80ern in Bioqualität produziert und somit zu einem der ersten Bio-Betriebe Niederösterreichs zählt. In der Halle riecht es nach einer Unmenge Apfelminze, die hier gerade auf vielen Metern Laufband verarbeitet wird – unter der strengen Kontrolle und den wachsamen Augen des Hofhundes. Frau Zach erklärt uns den Verarbeitungsprozess – immer wieder spannend und besonders, mit wieviel Liebe davon erzählt wird. Die Verarbeitung erfolgt sortenrein, damit sich die Kräuter nicht vermischen können. Welch ein Aufwand: jeden Tag muss die gesamte Produktionsanlage gereinigt werden. Kaum zu glauben, dass der Minzstaub aus diesem Raum jemals wieder rauszubekommen ist.

Weiter geht´s zu den Ochsen und Kalbinnen, die hier gemästet werden…aber was entdecken wir hier?! Dem Kuhfutter wurden die Überreste der Apfelminze (z.B. die Stängel) ins Futter gemischt – einerseits sind frische Kräuter gesund für die Tiere, andererseits bedeutet das natürlich nachhaltige Landwirtschaft. Wir sehen, dass die gefleckten Tiere die Apfelminze sehr gerne essen, die Malve schmeckt ihnen laut Herrn Zachs Erzählungen auch sehr gut, aber Pfefferminze zum Beispiel mögen sie gar nicht. Das Menthol der Pfefferminze dürfte ihnen zu scharf sein. (Zum Vergleich: Apfelminze enthält kaum Menthol.)
Auf dem Weg über den Hof sehen wir den Bereich, in dem Gemüse angebaut wird, solange auf den Feldern noch die Kräuter wachsen und gedeihen & erfahren, dass sogar noch die Oma fleissig mithilft, die bereits über neun Jahrzehnte unter uns weilt…ein Familienbetrieb von der Oma bis zum Enkel mit zusätzlicher Unterstützung.
Zu guter Letzt erhaschen wir noch einen Blick auf die Maschinen und die Werkstatt des Vaters, die ein wahr gewordener “Basteltraum” ist. Hier wird für die Maschinen geschliffen und repariert, was noch zu reparieren ist.


(Zum Vergrößern bitte anklicken.)

Ursprünglich kam ich hierher, um im Kräuterkammerl ein paar Tees und Gewürze zu kaufen. Für die Führung durch den Hof, die sich so zufällig ergeben hat, bin ich der Familie Zach sehr dankbar!
Lebensmittel, egal, wie gut sie sowieso schon sind, schmecken einfach immer noch besser, wenn man erlebt hat, wo sie herkommen.
Bepackt mit 8 Tees, getrocknetem Thymian und Fenchel mache ich mich auf den Fußweg zurück nach Schrems. Ich werde den Geruch in meinem Hotelzimmer die nächsten Tage bestimmt genießen, aber noch mehr freue ich mich auf´s nach Hause kommen …wenn ich die Tees endlich Häferl für Häferl probieren kann!

Wer sich das Zach´sche Kräuteruniversum nach Hause holen möchte, wird hier fündig: Kräuterhof Zach Onlineshop
Im Kräuterkammerl vor Ort kann man die fertig abgepackten Tees sowie andere Gewürz-/Kräuterprodukte direkt kaufen oder sich die Kräuter auch selbst für eigene Mischungen abwiegen. Allein das ist schon einen Besuch wert, wenn man an Gebharts bei Schrems vorbeikommt!

P.S.: Fotos der Produktionsbereiche wollte ich keine machen, denn jedem Produzenten – vorallem den kleineren Betrieben – sollte sein Kräuterreich auch das Seinige bleiben. Ein wenig Geheimnis gehört schließlich zum Geschmack dazu. 🙂
P.P.S.: Kurze Infos zu den Kräutertees, die ich mitnahm, gibt´s in den nächsten Wochen auf der Facebook-Seite zu finden.

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