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Berlin – ein erster Tee-Besuch

Neue Gedanken fassen, Inspirationen holen, Blickwinkel ändern – all das führte mich letztes Wochenende in die Metropole Berlin…

…eine nicht enden wollende Stadt, nahezu unüberschaubar groß…doch man kann die Stadtviertel erkunden und dabei entspannt bleiben:

Begonnen hat meine Berliner Teereise in Berlin Mitte:
Im Generator Hostel Mitte gab´s Althaus- und Pure Tea-Tees – eine wahre Überraschung im Cafe eines Hostels. Hier bin ich richtig!
Nach dem Besuch im Quatsch Comedy Club ging´s in die…

Tadshikische Teestube

S Oranienburger Straße, Oranienburger Straße 27
– welch ein Wohlfühlort! Die Speisekarte wie auch die Teeauswahl lässt wohl jedes Herz höher schlagen! Leider schaffte ich es nur einmal hin, aber es wird ein Fixpunkt auf jeder weiteren Berlinreise bleiben: Borschtsch, Bliny, Pieroggen, etc. & eine wirklich große gute Teeauswahl…wer auf Pölstern sitzen mag, kann das stundenlang gerne machen. Für alle, die auf normalen Sesseln sitzen wollen, gibt es Tische mit Sesseln. Die Kellnerin war unglaublich herzlich und gut gelaunt…schade, dass ich nach nur einer Stunde wieder gehen musste!
ThadschikischeTeestube

Weiter ging´s nach Neukölln zu ein paar Lieblingstees in der privaten Wohnung eines Freundes. Dort gab´s für mich zwei Neuentdeckungen:
1. „Winterkräutertee“ von Alnatura: eine ganz milde Teemischung mit Rooibos, Zimt, Zitronengras, Ingwer und vielem anderen …genau das richtige für regnerische Herbsttage oder verschneite Winternächte unter der Decke.
2. „Euphoria“ von Kusmi Tea: ich muss gleich im Vorhinein sagen: ich mag a) keinen Schokoladetee, b) keine Orange im Tee und c) keinen Matetee. Euphoria beinhaltet – ratet mal – Schokolade, Orange und Mate …und er schmeckte mir richtig gut …tja, Mensch muss bekanntlich neugierig bleiben & hiermit hat es sich wieder mal bewiesen, dass es sich auszahlt!
Danke, Uli, für diesen wirklich gemütlichen Nachmittag – für ein paar Stunden war der strömende Regen vor der Tür vergessen!

Am nächsten Tag ging´s mit einer Freundin quer durch Berlin in einige Tee-Ecken:

Prenzlauer Berg: Tee & Ton
M4 Hufelandstraße oder M2 Marienburger Straße, Marienburger Straße 11
…ein Ruheort im schnellen Berlin…man betritt den Laden, schließt die Tür hinter sich & hört fast jedes Staubkorn, das zu Boden fällt. Wir konnten in aller Ruhe jede einzelne Tasse ansehen, uns durch die Tees riechen & fühlten uns pudelwohl. Gut, dass mein Koffer und mein Budget nicht größer waren – ich hätte in kürzester Zeit viel Geld für neue Teeschalen ausgegeben…
TeeUndTon

Friedrichshain: Teekränzchen
U Samariterstraße, Frankfurter Allee 36B
…durch Zufall entdeckt! Ich glaube, es gibt hier quasi „nichts, das es nicht gibt“…soviele Dinge – man könnte wohl öfter hinkommen & würde jedes Mal wieder Neues entdecken. Die Teeauswahl ist für den „normalen“ Teetrinker (insofern es den überhaupt gibt): eine große Auswahl, offen wie auch in Teesackerln, unendlich viele Tassen und Kannen. An der Pralinenecke vorbeizugehen, war dann doch eine große Herausforderung. Die beiden Herren, die sich um die KundInnen kümmerten, waren gut aufgelegt, hatten Humor & wußten definitiv, wovon sie reden.
Wer die britischen Tees (mit oder ohne Milch) mag, dem sei eines in Berlin empfohlen: hier gibt es alle möglichen Varianten wie z.B. PG Tips, Tetley & sogar den „Yorkshire Tea für hartes Wasser“!
Teekränzchen

Gleich um´s Eck erwartete uns…

Friedrichshain: Bohea Teehandlung
zwischen U Frankfurter Tor & U Samariterstraße, Niederbarnimstrasse 3
Wui, ein Ort für LiebhaberInnen: hier gibt´s auch Spezialitäten für die Nerds, die Teegeschirrabteilung ist definitiv in der „Liebhaber-Preisklasse“, aber die Stücke sind wunderschön!
Ich kannte den Laden nicht und wollte einfach wissen, in welcher Reihenfolge der Besitzer mich Tees riechen lassen würde & sagte ihm absichtlich die „falsche“ Reihenfolge. Seine Antwort: „Ja, gerne, aber genau andersrum.“ Danke – jemand, der sich auskennt und auch gleich noch zu jedem Tee ein paar Worte ergänzt – da fühlen sich Tee-Neuling und Tee-Nerd aus unterschiedlichen Gründen beide sehr gut aufgehoben!
Hier gibt´s zwischen Teekisten & vielen Holzregalen für jeden was & allein der Teegeruch beim Betreten des Ladens lässt den Alltag vergessen.
Bohea

Zwischendurch gab´s für unterwegs im Supermarkt einen Tetrapak-Eistee, der mich neugierig machte: Eistee Zitrone mit Mineralwasser ohne Koffein. Meine erste Überlegung: wozu dann das Ganze? Deswegen kaufe ich doch diese Massenproduktionseistees: eine kalte konzentrierte Zucker-Koffein-Mischung zum „schnellen Aufwachen“. Dementsprechend ernüchternd war das Ergebnis: viel zu süß & keine Wirkung. Einen Vorteil hat´s eventuell für Eltern: es ist zumindest kein Koffein drinnen – ob reines Zuckerwasser für Kinder gut ist, sei dahin gestellt, aber die üblichen Zucker-Koffein-Mischungen sind sicher noch schädlicher. Nach meinem Geschmack ist er definitiv leider durchgefallen.
ChristinenQuickDrink

Nun ging´s in die Teehäuser zum Plauschen:

Mitte: Nannoushan Teehaus
U Oranienburger Straße, in den Heckmann-Höfen, Oranienburger Straße 32
Ein neuer Lieblingsort: dieser Innenhof ist traumhaft schön & lässt den Trubel auf der Straße schnell vergessen. Das Teehaus wurde hier erst vor kurzem eröffnet & ist durch die versteckte Lage auch nicht gleich zu finden. Die Sitzplätze sind begrenzt, aber dadurch ist die nötige Ruhe für die Teespezialitäten gewährleistet, die es hier zu trinken & zu kaufen gibt. Wem all die Teenamen nichts sagen, der wird hier gerne beraten. Wer sich schon etwas in die Welt des Tees eingelebt hat, kann sich die Tees nach Gongfu-Cha-Art bestellen, für die Neugierigen gibt es Teeverkostungen mit unterschiedlichen Tees (mit Seltenheitswert oder ohne, je nach Geschmack), die Neulinge können sich den Tee auch ganz klassisch fertig aufgegossen bestellen. Weiters gibt es Sonntagsfrühstück (reservieren!) und verschiedene Bücher zur Teekultur, die vor Ort zum Schmökern bereit liegen.
Ich wünsche viel Erfolg für den Neubeginn & viele neue Teefreunde!
Nannoushan

Den Abschluss des Tages fanden wir in…

Charlottenburg: Berliner Teesalon
S Charlottenburg, Stuttgarter Platz 15
Wie ich erfahren habe, fand man den Teesalon früher etwas zentraler. Inzwischen verlagerte sich der Standort nach Charlottenburg – vom Alexanderplatz aus braucht man gerade mal eine Viertelstunde in den Teesalon. Den KundInnen hört man an, dass sie allesamt nicht zum ersten Mal hier sind & der Besitzerin vollauf vertrauen.
Ob klassische oder aromatisierte Tees, Spezialitäten oder Alltagstees – man muss sich schon etwas Zeit nehmen, um einen guten Überblick über das Sortiment zu erhalten. Weiters gibt es Teegeschirr in allen Preisklassen und auch die „LiebhaberInnen“ finden hier handwerkliche Kunstwerke, die man sich nicht jeden Tag leistet (…aber es war ja auch kein „jeder Tag“ & eine Teeschale musste mit nach Wien…). Die klassischen Scones durften beim Nachmittagstee natürlich auch nicht fehlen. Unterschiedliche Seminare, Märchentage oder Teereisen laden vielleicht auch noch-nicht-TeetrinkerInnen dazu ein, sich langsam an das Thema heranzutasten und ein Teehaus zu betreten. Die Reise nach Charlottenburg war´s wert!
BerlinerTeesalon

Es war nur ein Wochenendurlaub in den Norden & natürlich gibt es viele weitere Teeläden und Teehäuser. Aber irgendwo muss man schließlich beginnen. Die Menschen, die ich traf, versüßten mir und meiner Begleitung diesen Tag. Wir trafen auf keinen einzigen Menschen, der nicht genau wüßte, welch ein Schatz es ist, sein Leben mit Tee verbringen zu dürfen.
Die mitgebrachten Tees warten auf ihre Verkostung – es stehen viele spannende Stunden des Genießens bevor!

Ich kann es Euch nur empfehlen: schaut Euch in Eurer Umgebung um, schreibt Euch ein paar Adressen von Teeläden/-häusern raus und lernt Eure Stadt auf diesem Wege neu kennen…Ihr werdet Ecken entdecken, an denen Ihr zuvor noch nie gewesen seid, und nach Hause bringt Ihr ein paar Souvenirs, die Euch bei jeder Tasse daran erinnern werden, wie Ihr total entspannt eine Stadt erkundet habt!
Teesouvenirs

Audiobeitrag:

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